Riecht der Bodenablauf oder drückt Wasser von unten herauf, liegt die Ursache meist am Geruchsverschluss oder an der Rückstausicherung. Unter dem Ablaufgitter sitzen der Geruchsverschluss und im Keller häufig eine Rückstauklappe. Vieles davon beheben Sie selbst, indem Sie den Schmutzfänger reinigen und Sperrwasser nachfüllen. Kehrt eine Störung immer wieder, sitzt die Ursache meist in der Grundleitung, und dann lohnt sich eine Untersuchung mit der Kamera.
Wie ein Bodenablauf aufgebaut ist
Bei den meisten Ausführungen befindet sich direkt unter dem Ablaufgitter ein Schmutzfangkorb oder Eimer, den Sie herausnehmen können. Er fängt Haare und Sand ab, noch bevor diese ins Rohr geraten. Darunter liegt der Geruchsverschluss (Siphon), also eine Wasservorlage, die das Aufsteigen von Kanalgasen verhindert. Erst danach gelangt das Wasser in die Grundleitung oder in die Fallleitung des Gebäudes.
Im Bad entwässert der Ablauf in erster Linie bodengleiche Duschen oder dient als Sicherheitsablauf. Im Keller dagegen liegt er oft unterhalb der sogenannten Rückstauebene, die in der Regel der Straßenoberkante entspricht. Steigt nun der Wasserstand im öffentlichen Kanal, kann Abwasser in umgekehrter Richtung ins Haus gedrückt werden. Aus diesem Grund ist dort eine Rückstausicherung notwendig, beispielsweise eine Rückstauklappe im Ablauf selbst oder in der Leitung.
Bodenablauf im Bad und im Keller im Vergleich
Bodenablauf im Bad
- Überwiegend in der Dusche oder als Sicherheitsablauf eingesetzt
- Wird häufig durchgespült, sodass der Geruchsverschluss gefüllt bleibt
- Typische Schwierigkeit: Haare, Seifenreste und Biofilm
- Der dichte Anschluss an die Bodenabdichtung ist entscheidend
Bodenablauf im Keller
- Befindet sich häufig unterhalb der Rückstauebene
- Kommt selten zum Einsatz, das Sperrwasser kann verdunsten
- Typische Schwierigkeit: Sand, Schlamm und ein ausgetrockneter Geruchsverschluss
- Die Rückstauklappe muss leichtgängig bleiben und gewartet werden
Den Bodenablauf richtig reinigen
Ist der Bodenablauf gut zugänglich, können Sie die Reinigung in aller Regel selbst übernehmen. Dafür benötigen Sie im Wesentlichen Handschuhe und eine Flaschenbürste. Im Bad empfiehlt es sich, den Ablauf alle paar Wochen zu säubern. Im Keller sollten Sie spätestens dann aktiv werden, wenn das Wasser zögerlicher abfließt oder sich ein Geruch bemerkbar macht.
Bodenablauf reinigen in vier Schritten
- Gitter entfernenHebeln Sie das Ablaufgitter vorsichtig mit einem Schraubendreher an. Falls es verschraubt ist, drehen Sie die Schrauben heraus und legen sie sicher ab, damit sie nicht in den Ablauf rutschen.
- Schmutzfänger ausleerenNehmen Sie den Korb oder Eimer heraus und entsorgen Sie Haare und Schlamm im Restmüll. Den Einsatz bürsten Sie danach in einem eigenen Eimer aus und nicht über dem offenen Ablauf.
- Geruchsverschluss reinigenBei vielen Abläufen ist ein steckbarer Tauchrohr-Einsatz verbaut. Ziehen oder drehen Sie ihn heraus, entfernen Sie den Belag mit der Bürste und säubern Sie den Ablaufkörper so weit, wie Sie hineingelangen.
- Wieder einsetzen und testenBauen Sie sämtliche Teile wieder ein und kontrollieren Sie, ob die Dichtungen korrekt sitzen. Gießen Sie anschließend mehrere Liter warmes Wasser nach. Fließt es zügig ab und füllt sich die Wasservorlage, ist der Ablauf frei und der Geruchsverschluss wieder dicht.
Erfahrungsgemäß wird der Schmutzfänger häufig einfach dauerhaft herausgelassen, weil er sich ständig füllt. Damit landen Sand und Haare jedoch direkt in der Grundleitung und lagern sich in den Rohrbögen ab. Diese dort wieder zu entfernen, ist um einiges aufwendiger, als einen Korb auszuleeren.
Der Bodenablauf riecht, obwohl Wasser im Siphon steht
Riecht es im Keller unangenehm, liegt zunächst der Gedanke nahe, dass der Geruchsverschluss ausgetrocknet ist. Tatsächlich verdunstet das Sperrwasser in wenig genutzten Räumen binnen einiger Wochen, und dann genügt ein Eimer Wasser. Hält sich der Geruch jedoch, obwohl der Siphon gefüllt ist, kommen weitere Ursachen in Betracht:
- Belag und Biofilm am Gitter, im Ablaufkörper oder am Tauchrohr: In diesem Fall stammt der Geruch vom Ablauf selbst und nicht aus dem Kanal.
- Ein verschobener oder nicht korrekt eingesetzter Einsatz: Kanalluft kann dann an der Wasservorlage vorbeiströmen.
- Eine spröde gewordene Dichtung zwischen Aufsatzstück und Ablaufkörper, durch die Gase seitlich entweichen.
- Abgesaugtes Sperrwasser: Läuft in anderen Leitungen viel Wasser ab, kann der dabei entstehende Unterdruck die Vorlage für kurze Zeit leerziehen.
Nehmen Sie nach der Reinigung das Gitter ab und riechen Sie direkt am offenen Ablauf. Ist die Wasservorlage gefüllt und riecht es dennoch, sind meist die Dichtungen oder die Lüftung der Leitung verantwortlich. Für Kellerabläufe, die auf Dauer trocken fallen, gibt es Einsätze mit einer zusätzlichen mechanischen Klappe, die den Geruch auch ohne Wasser zurückhalten.
Weshalb gluckert der Bodenablauf, wenn das WC gespült wird?
Gluckert der Bodenablauf jedes Mal, wenn jemand die Toilette spült, wird im Leitungssystem Luft bewegt. Ein Spülschwall füllt das Rohr für einen Moment vollständig aus und zieht dabei Luft hinter sich her. Fehlt diese Luft, holt sich das System sie dort, wo der geringste Widerstand herrscht, und das ist häufig der Geruchsverschluss des Bodenablaufs. Dabei wird Sperrwasser mitgerissen, was in der Folge wiederum Geruch verursacht.
Dafür kommen zwei Ursachen infrage. Die erste ist eine unzureichende oder zugesetzte Lüftung, denn die Fallleitung wird über das Dach entlüftet. Ist diese Öffnung durch Laub oder Nester blockiert oder wurde sie bei Umbauarbeiten verkleinert, bildet sich Unterdruck. Die zweite Ursache ist eine sich anbahnende Verstopfung weiter hinten in der Grundleitung. Das Wasser kann dann nur noch durch einen verengten Querschnitt fließen, staut sich kurz auf und schiebt Luft nach vorn.
Tritt das Gluckern neu auf und fließt das Wasser obendrein langsamer ab, deutet vieles auf die zweite Ursache hin. Gereinigt werden muss dann die dahinterliegende Leitung, da die Verengung andernfalls weiter zunimmt.
Weshalb tritt bei Starkregen Wasser aus dem Bodenablauf aus?
Steht nach einem Gewitter Wasser im Keller, das aus dem Bodenablauf gekommen ist, steckt so gut wie immer Rückstau dahinter. In großen Teilen der Berliner Innenstadt werden Regen- und Schmutzwasser in einem gemeinsamen Kanal abgeleitet. Bei Starkregen ist dieser rasch gefüllt, und das Wasser tritt dann an den am tiefsten gelegenen Öffnungen aus, also an Kellerabläufen ohne funktionierende Rückstausicherung.
Eine Rückstauklappe hält das Wasser nur zurück, solange sie zuverlässig schließt. Schon etwas Sand oder ein klemmender Klappenteller genügen, damit ein Spalt offen bleibt. Daher sind regelmäßige Sichtkontrollen durch den Betreiber sowie eine Wartung durch Fachkundige vorgesehen, in der Regel etwa halbjährlich.
Den Bodenablauf bei Starkregen im Blick behalten
- Verschließen Sie vor einem angekündigten Unwetter den Notverschluss der Rückstauklappe von Hand, falls Ihre Anlage einen besitzt.
- Solange die Klappe geschlossen ist, sollten Sie weder die Waschmaschine laufen lassen noch im Keller duschen, da Ihr eigenes Abwasser dann nicht abfließen kann.
- Kontrollieren Sie nach dem Regen, ob sich der Notverschluss wieder öffnen lässt und das Gitter frei ist.
- Finden sich Schlamm oder Sand rund um den Ablauf, wurde bereits Wasser zurückgedrückt.
Besitzt ein Kellerablauf keine Rückstausicherung, sollte diese nachgerüstet werden. Ob dafür eine Rückstauklappe ausreicht oder eine Hebeanlage die bessere Wahl ist, richtet sich danach, ob fäkalienhaltiges Abwasser anfällt und wie Sie den Keller nutzen.
In welchen Fällen ist eine Kanal-TV-Untersuchung erforderlich?
Die Reinigung am Gitter schafft nur dann Abhilfe, wenn das Problem im Ablauf selbst liegt. Tritt eine Störung immer wieder auf, sitzt die Ursache meist in der Grundleitung unter der Bodenplatte, und dort lässt sich ohne Kamera nichts erkennen. Eine Kanal-TV-Untersuchung macht sichtbar, ob Ablagerungen oder Schäden wie Wurzeleinwuchs den Abfluss behindern. Damit muss weder auf Verdacht gereinigt noch der Boden aufgestemmt werden.
Warnzeichen und passende nächste Schritte
| Anzeichen | Mögliche Ursache | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Ablauf verstopft nach der Reinigung immer wieder | Ablagerungen oder Hindernis in der Grundleitung | Leitung reinigen, danach Kamerakontrolle |
| Gluckern beim WC-Spülen und langsamer Abfluss | Beginnende Verstopfung oder Lüftungsproblem | Leitung und Lüftung fachlich prüfen lassen |
| Wasser drückt bei Regen hoch | Rückstausicherung fehlt oder ist defekt | Rückstauklappe prüfen und warten lassen |
| Geruch trotz intakter Dichtungen | Lüftungsproblem oder Schäden an der Leitung | Kanal-TV-Untersuchung |
| Hauskauf oder Kellersanierung | Zustand der Altleitungen unbekannt | Kamerabefahrung vor Baubeginn |






